Mittwoch, 4. Mai 2016

Die Ungehörigkeit des Glücks



Große Gefühle und Selbstfindung

Die 17 jährige Katie führt ein extrem behütetes Leben, alles ist geplant und durchdacht von ihrer überfürsorglichen Mutter.
Nur ein Anruf bringt das ganze Familienleben durcheinander, sie müssen ins Krankenhaus fahren und eine Person abholen , von der Katie nicht einmal wußte das sie lebt, ihre Oma Mary. Der Lebensgefährte ihrer Oma ist verstorben, es gibt nur ein Problem, Mary kann sich nicht alleine versorgen , denn sie ist an Alzheimer erkrankt.

Meinung :

Jenny Downham hat sich offensichtlich intensiv mit der Thematik auseinander gesetzt. Marys Erkrankung wurde sehr realistisch wieder gegeben. Die Autorin hat sich die Zeit dazu genommen genau zu beschreiben welche alltäglichen Probleme auf betroffene Angehörige zukommen können. Ich konnte mich sehr gut in Mary hineinversetzen, ihre Ängste, Unsicherheit und das Gefühl verloren zu sein. Man muss sich nur mal vorstellen wie man sich fühlen muss plötzlich bei fremden Menschen wohnen zu müssen, die einem auch noch nicht da haben wollen. Und dann das ständige Gefühl etwas wichtiges vergessen zu haben.

Auch Marys Mutter Caroline hat mein ganzes Mitgefühl genossen, sie ist zu Anfang mit der Situation völlig überfordert. Dazu kommt das sie sich um eine Person kümmern soll die nie für sie da war. Gerade das hat meine Neugierde geweckt, denn es gibt ja immer einen Grund.

Katie empfindet meiner Meinung nach zu Anfang alles als ein großes Abenteuer, dessen Geheimnisse aufgedeckt werden müssen. Warum hat sich Mary nicht um ihre Mutter gekümmert und was muss Mary dringendes erledigen? Schnell findet sie zu Mary einen direkten Draht und das tut beiden unglaublich gut.
Was mich sehr gefreut hat ist Katie durch Mary deutlich eine Wandlung erlebt hat. Vom eingeschüchterten Außenseiter versucht sie sich täglich mehr Mut zuzusprechen .

Eins ist klar Mary war eine Lebefrau.

Das Cover gefällt mir sehr, Katie sieht sehr nachdenklich aus. Was bedeutet Glück? Ist das Glück nachdem ihre Mutter strebt auch ihr Glück ?

Zitat Seite 32 :

" Ich muss doch jetzt los , zu meiner Tochter " , sagte Mary.
Mum wandte den Blick ab und trat von einem Fuß auf den anderen .
"Sie ist deine Tochter ". , sagte Katie sanft.
Mary schüttelte den Kopf, " Meine Tochter ist viel junger".

Fazit :
Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen, es ein ernster Thema, dass in der Realität immer vermehrter vorkommt.